August 2016

Soziale und touristische Nutzung: Vierseitenhof in Etingen wird umgebaut

Zahlreiche Interessierte sind am Mittwoch, dem 17. August 2016, der Einladung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ auf den Vierseitenhof Im Sack 9 in Etingen gefolgt, um sich ein Bild vom neuen Nutzungskonzept für das Grundstück zu machen. Die Evangelische Stiftung Neinstedt möchte die Gebäude, die sich im Besitz der Familie Riecke befinden, in den kommenden Jahren zu einer Wohn- und Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderung umbauen lassen. Gleichzeitig soll der Vierseitenhof auch eine touristische Nutzung erfahren.

Gefördert wird das Vorhaben durch LEADER, einem Programm der Europäischen Union, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum unterstützt werden. „250.000 Euro stehen in diesem Jahr aus dem Förderprogramm der EU für die erste Phase des Umbaus zur Verfügung“, erklärte Silke Wolf, Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und Vorsitzende der LAG „Rund um den Drömling“, vor knapp 200 Gästen. Die Anträge für die nächste Bauphase würden derzeit zusammengestellt.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass EU-Gelder im Dorf landen – dass die Menschen hier unmittelbar vor Ort etwas davon haben“, zeigte sich Diakon Hans Jaekel, pädagogisch-diakonischer Vorstand der Evangelischen Stiftung Neinstedt, mit den Entwicklungen zufrieden. Gemeinsam mit dem kaufmännischen Vorstand Stephan Zwick und Bereichsleiter Bernd Bergmann stellte er das Konzept vor, das wieder Leben auf den Vierseitenhof bringen soll. In drei Abschnitten wird der Umbau in den folgenden Jahren stattfinden. „Beginnen wollen wir mit dem Wohnhaus, wo zwölf Wohneinheiten für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung entstehen werden“, erklärte Bernd Bergmann. Die Klinkerfassade solle erhalten bleiben, doch um das Wohnhaus barrierefrei zu gestalten, sei innen ein größerer Aufwand notwendig. „Dazu zählt neben den Sanitäreinrichtungen auch ein Fahrstuhl, der aufgrund der Gegebenheiten jedoch im Außenbereich angebracht werden muss.“ Neben den kleinen Appartements wird zudem ein Gemeinschaftsbereich mit Küche eingebaut. „Wir möchten, dass sich die Menschen, die hier leben werden, selbst versorgen – natürlich mit Unterstützung der Mitarbeiter der Stiftung“, führte der Bereichsleiter das Vorhaben weiter aus. Im Frühjahr 2017 soll der Umbau des Wohnhauses abgeschlossen sein. Danach erfolgt die Einrichtung der Zimmer, damit die Bewohner nach und nach einziehen können.

In der zweiten Phase ist der Umbau des ehemaligen Pferdestalls geplant, der Touristen teils barrierefreie Übernachtungsmöglichkeiten bieten soll. „Eine vollgastronomische Verpflegung können wir hier allerdings nicht leisten. Vielmehr möchten wir eine unterstützte Selbstversorgung anbieten und damit Arbeitsplätze für die hier wohnhaften Menschen mit Behinderung schaffen“, so Bernd Bergmann. Der Umbau der Scheune soll im dritten und letzten Abschnitt des Projektes realisiert werden, um vor Ort eine Möglichkeit für Feierlichkeiten anzubieten. Wichtigster Punkt wird hierbei die Instandsetzung von Dach und Fassade sein.

Die Ideen zum Umbau wurden bei der Informationsveranstaltung mit viel Applaus quittiert. Beifall gab es dabei nicht nur von den Bewohnern und von Ortsbürgermeister Marco Alex, sondern auch von Marianne Riecke. Der Vierseitenhof befindet sich im Besitz der 96-jährigen gebürtigen Etingerin. „Ich kann mich nicht mehr um das Anwesen kümmern, wollte aber auch nicht, dass es verfällt. Nun bin ich froh, dass wir auf diese Weise eine Möglichkeit gefunden haben, den Vierseitenhof zu erhalten und sinnvoll zu nutzen.“ Marianne Riecke versprach auch, von ihrer Wohnung nebenan das Bauvorhaben im Auge zu behalten.

 

Info-Brief zum Arbeitsstand