Es geht aufwärts an der Burg

Die Oebisfelder Burg gilt als die älteste noch erhaltene Sumpfburg Europas. Sie wurde vermutlich bereits im 10. Jahrhundert angelegt, um Land und Bevölkerung diesseits des Drömlings gegen Feinde zu sichern und diente gleichzeitig als Schutzburg einer wichtigen Handelsstraße. Nach dem stetigen Verfall der Anlage begannen 1991 mit Unterstützung der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ und des Landes Sachsen-Anhalt die Rekonstruktionsarbeiten an der historischen Anlage. Das Hauptaugenmerk lag dabei beim Wiederaufbau des zwischen Hauptgebäude und dem ehemaligen Wohnhaus befindlichen Verbinders. Hier befinden sich jetzt ein attraktiver Ratssitzungssaal und die Sanitärräume für den ebenfalls renovierten Rittersaal, der für Veranstaltungen aller Art und als Trauzimmer zur Verfügung steht. Wer für private Feiern geeignete Räume sucht, kann auch den Rittersaal (bis 140 Personen) oder den Kulturraum in der Burg (bis 30 Personen) mieten.

Die Oebisfelder Burg entwickelte sich im Laufe der Zeit zum kulturellen Mittelpunkt der Stadt entwickelt. Auf den neu gestalteten Burghöfen werden Märkte veranstaltet, finden Konzerte statt. Zu nennen ist hier das traditionelle Altstadtfest, das jährlich mit einem Mittelalterspektakel viele Besucher aus nah und fern anlockt. Der Oebisfelder Heimatverein hat mit viel Eigeninitiative, aber auch durch finanzielle Zuwendungen von Stadt, Landkreis und Land, in den Räumen des ehemaligen Gesindehauses ein attraktives Burg- und Heimatmuseum geschaffen. Das Museum bietet thematische Ausstellungen. Die ständig wechselnden Expositionen stellen meist die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner dar.

Doch wer denkt, auf diesem malerischen Areal ist mit der Zeit Stillstand eingezogen, der irrt. Um das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Oebisfelde für den Tourismus, aber auch für eigene öffentliche Zwecke aufzuwerten, nahm man 2015 umfangreiche Entwicklungskonzept in Angriff. Eine der wichtigsten Baumaßnahmen war die Installation eines Fahrstuhls. Diese Transportmöglichkeit ermöglicht es Besuchern, den Rittersaal auf der dritten Ebene barrierefrei zu erreichen. Die Burg und auch die nun behindertengerechten sanitären Einrichtungen sind nunmehr für alle Personengruppen ohne größer Anstrengungen zu erreichen.

Eine große Hürde stellt der Denkmalschutz dar. Im Interesse des Gesamtbildes des Ensembles mussten Auflagen erfüllt werden. Und es ist gelungen: Der sogar beheizbare Fahrstuhl passt optisch in das Ambiente des großen Burghofes und erhielt eine mit dem Denkmalschutz abgestimmte Holzverkleidung. Die gesamte Investitionen zur Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes im Land Sachsen-Anhalts war mit etwas mehr als 363.800 Euro veranschlagt. Das Vorhaben erhielt eine 90-prozentige Förderung aus dem „EFRE-Topf“. Dank dieser Förderung muss die Stadt lediglich 36.380 Euro zuzahlen. Ein wahrer „Sechser im Lotto”...

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