Der Traum vom Trauzimmer

Umrahmt von Drömling, Colbitz-Letzlinger Heide und dem Flechtinger Höhenzug liegt das Örtchen Dorst, das seit 2010 zur Gemeinde Calvörde gehört. Ortsteilbeauftragter Manfred Franke sieht seinen Heimatort – nach der Wende als Heidedorf aufgenommen – als Bindeglied zwischen Colbitz-Letzlinger Heide und dem Drömling. Abgesehen von der Natur, die das aus wenigen Häusern bestehende Örtchen umgibt, wartet Dorst auch mit einem kulturellen Kleinod auf. Das Schloss Dorst, nach Aussage von Manfred Franke eher ein Gutshaus, wurde 1922 errichtet und steht heute unter Denkmalschutz.

Bereits 1863 war an gleicher Stelle im Ortskern ein Gutshaus erbaut worden. Das heutige Gebäude, das unter den Gutsbesitzern Paul und Margarete Fischer entstanden war, besteht aus zwei Geschossen und beeindruckt mit seiner Klinkerarchitektur. Die Rundtürme fallen ebenso ins Auge wie die Auffahrtrampe samt Treppe und die schmückenden Figuren – allein am Ansatz des Mansarddachs sind sechs Skulpturen zu sehen, die die Arbeit auf dem Lande symbolisieren, weitere zieren die Lampen zu beiden Seiten der Treppe. Auch im Inneren des Schlosses, das nach der Enteignung der Gutsbesitzer 1945 geplündert worden war, gibt es vieles zu entdecken – von der mit gotischen Elementen versehenen Eingangshalle bis hin zu den Farbfenstern und dem großzügig ausgebauten Herrenzimmer.

Die Interessengemeinschaft Dorst hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Herrenzimmer in seinem ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Viel ehrenamtliche Arbeit wurde investiert, um dieses Ziel zu erreichen. „Die Dorster haben mit angepackt“, schildert Manfred Franke. „Etliches konnten wir selbst erledigen, wie beispielsweise den alten PVC-Belag samt Pappe und Filz von den Holzdielen entfernen. Die Aufarbeitung des Parketts hat dann eine Fachfirma aus Magdeburg übernommen. Finanziell haben uns dabei die kommunale Gemeinde und die Kirchengemeinde unterstützt.“ Der Raum soll im sanierten Zustand Höhepunkt von Führungen sein, die derzeit aufgrund der Corona-bedingten Maßnahmen leider nicht stattfinden. Auch kulturelle Veranstaltungen kann sich Manfred Franke im Herrenzimmer vorstellen. „Ideal wären die Räumlichkeiten auch für Trauungen. Bis wir das umsetzen können, muss allerdings noch einiges getan werden.“

Viel getan hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur dank der ehrenamtlichen Arbeit im Inneren des Gebäudes. Im Rahmen der LEADER-Förderung wurde 2018 beispielsweise die Fassade des Gutshauses instand gesetzt. Und auf der Prioritätenliste 2021 steht ein weiteres LEADER-gefördertes Projekt, das die Sanierung der Parkanlage vorsieht. Und so geht es stetig voran in Dorst.

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